Methodik

Wie die Beiträge im KI-Kompass entstehen, geprüft und eingeordnet werden.

1. Einleitung

Der KI-Kompass ist ein kuratiertes, redaktionell gepflegtes Verzeichnis von Studien, Berichten und Empfehlungen zu Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Der Fokus liegt auf Themen, die für betriebliche Mitbestimmung, HR, Datenschutz, Arbeitsschutz und KI-Governance relevant sind. Ziel ist Orientierung in einem schnell wachsenden Forschungs- und Berichtsfeld — aufbereitet so, dass Betriebs- und Personalräte, HR-Verantwortliche sowie Forschende den Inhalt einer Quelle und ihre Relevanz rasch einschätzen können.

2. So entstehen die Beiträge

Jeder Beitrag entsteht in einem zweistufigen Prozess: KI-gestützte Aufbereitung und anschließende redaktionelle Prüfung. Nur Beiträge, die diese Prüfung durchlaufen haben, werden veröffentlicht.

2.1 KI-Recherche & Quellenauswahl

Quellen werden aus öffentlich zugänglichen Veröffentlichungen identifiziert — Forschungsinstitute, Hochschulen, Behörden und internationale Organisationen, Stiftungen, Gewerkschaften sowie ausgewählte Beratungs- und Unternehmensberichte. Aufgenommen werden Arbeiten, die einen erkennbaren Bezug zu Mitbestimmung, HR, Datenschutz, Arbeitsschutz oder KI-Governance im deutschsprachigen Raum aufweisen. Reine Produkt- oder Marketingveröffentlichungen werden nicht aufgenommen.

2.2 KI-Zusammenfassung & Kernthesen

Auf Basis der Originalquelle schlägt ein Sprachmodell Kernthesen, eine Zusammenfassung, Keywords sowie thematische Relevanzbewertungen (z. B. für Mitbestimmung, Datenschutz, Arbeitsschutz, HR, KI-Governance) vor. Diese Ausgaben gelten ausdrücklich als Vorschlag: Sprachmodelle können Inhalte verkürzen oder fehlerhaft wiedergeben („Halluzinationen"). Maßgeblich ist immer die Originalquelle, die in jedem Beitrag verlinkt ist.

2.3 Redaktionelle Prüfung

Jeder KI-Vorschlag wird redaktionell gegen die Originalquelle abgeglichen, korrigiert und ergänzt. Beiträge durchlaufen einen Status-Workflow von Entwurf zu Veröffentlicht; erst nach Freigabe sind sie öffentlich sichtbar. Hinweise auf Fehler oder Aktualisierungsbedarf nehmen wir gerne entgegen — siehe Abschnitt 5.

2.4 Kategorisierung & Tagging

Jeder Beitrag erhält genau eine Kategorie (Themenfeld) und einen Dokumententyp (Format der Quelle). Beide werden aus einem kontrollierten Vokabular vergeben, das laufend gepflegt und normalisiert wird. Freitext-Werte aus älteren Importen werden mit KI-Unterstützung und redaktioneller Freigabe in das Vokabular überführt. Zusätzliche thematische Bezüge können über Keywords und „betroffene Themen" abgebildet werden.

3. Kategorien im Überblick

Die Kategorie beschreibt das inhaltliche Themenfeld einer Quelle. Folgende Kategorien werden vergeben:

  • Arbeitsmarkt und Beschäftigung: Auswirkungen von KI auf Stellenzahl, Tätigkeitsprofile, Substitution und Arbeitsmarktstruktur — inklusive Beschäftigungseffekten auf Branchen- und Berufsebene.
  • Produktivität und Wirtschaftlichkeit: Studien, die ökonomische Effekte von KI-Einführung messen: Produktivitätsgewinne, Wertschöpfung, Kostenstrukturen, Wettbewerbsfähigkeit.
  • Arbeitsorganisation und KI-Agenten: Veränderung von Arbeitsprozessen, Aufgabenverteilung, Teamarbeit und der Einsatz autonomer KI-Agenten in betrieblichen Abläufen.
  • Algorithmisches Management und Kontrolle: Einsatz von KI zur Steuerung, Bewertung, Zuteilung oder Überwachung von Beschäftigten — etwa Scheduling, Performance-Scoring, People Analytics.
  • Gesundheit und psychische Belastung: Auswirkungen von KI-Einsatz auf körperliche und psychische Gesundheit, Stress, Autonomieerleben und Arbeitsschutz.
  • Qualifizierung und Kompetenzen: Anforderungen an Aus- und Weiterbildung, neue Kompetenzprofile, KI-Kompetenz von Beschäftigten und betriebliche Lernformate.
  • Datenschutz und Regulierung: Datenschutzrechtliche Bewertungen, Beschäftigtendatenschutz, DSGVO-Konformität und regulatorische Rahmensetzungen rund um KI.
  • KI-Governance und Risikomanagement: Steuerungs- und Kontrollstrukturen für KI in Organisationen: Richtlinien, Risikoanalysen, Verantwortlichkeiten, EU-AI-Act-Umsetzung.
  • HR, Recruiting und Personalmanagement: KI-Einsatz in Personalauswahl, Bewerbungsverfahren, Personalentwicklung und HR-Prozessen samt Diskriminierungsrisiken.
  • Mitbestimmung und Betriebsvereinbarungen: Beteiligungsrechte von Betriebs- und Personalräten, Verhandlungspraxis, Muster-Betriebsvereinbarungen und Mitbestimmungsstrategien.
  • KI-Sicherheit und Evaluation: Technische Sicherheit, Testverfahren, Red-Teaming, Bias-Audits und Bewertungsmethoden für KI-Systeme.
  • Forschungsprojekte und öffentliche Programme: Geförderte Forschung, staatliche Initiativen und Projektberichte aus öffentlich finanzierten KI-Vorhaben.
  • Beratungsreports und Marktstudien: Berichte von Beratungsunternehmen und Marktforschung mit Einschätzungen zu Trends, Adoption und Investitionen.

4. Dokumententypen im Überblick

Der Dokumententyp beschreibt das Format und die Herkunft einer Quelle — er hilft bei der Einschätzung von Methodik, Reichweite und möglicher Interessenslage.

  • Wissenschaftliche Studie: Peer-Review-orientierte Forschungsarbeit aus Universitäten oder Forschungsinstituten mit nachvollziehbarer Methodik.
  • Working Paper: Vorabveröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse, noch ohne abgeschlossene Begutachtung — typisch für Diskussionsstände.
  • Behördenreport: Veröffentlichung staatlicher Stellen oder internationaler Organisationen (z. B. BMAS, OECD, EU-Kommission).
  • Unternehmensreport: Bericht eines Unternehmens über eigene Praxis, Einsatzfälle oder Marktbeobachtungen.
  • Beratungsstudie: Studien von Beratungshäusern (z. B. McKinsey, BCG, Deloitte) — meist marktorientiert, mit eigener Methodik und Interessenslage.
  • Befragung: Empirische Erhebung unter Beschäftigten, Unternehmen oder Expert:innen — Schwerpunkt liegt auf den Umfrageergebnissen.
  • Metaanalyse: Systematische Auswertung mehrerer Einzelstudien zur Synthese vorhandener Evidenz.
  • Whitepaper: Positions- oder Konzeptpapier eines Akteurs zu einem spezifischen Thema, häufig mit Empfehlungscharakter.
  • Sonstiges: Formate, die nicht eindeutig zu den anderen Typen passen — etwa Leitfäden, Handreichungen oder Sammelbände.

5. Grenzen & Feedback

Die Einordnungen im KI-Kompass bieten Orientierung, ersetzen aber keine juristische oder fachliche Beratung. Eine Quelle kann mehrere Themen berühren — die zugewiesene Kategorie bildet den inhaltlichen Schwerpunkt ab. Sollten Sie Fehler in einer Zusammenfassung, einer Einordnung oder den Metadaten entdecken, freuen wir uns über einen Hinweis über die im Impressum genannte Kontaktadresse.